PRIMEURFEST 2016 IN SAARBRÜCKEN

Primeur

Am 17.11., dem 3. Donnerstag im November hieß es wieder: Le Beaujolais nouveau est arrivé - Saarbrücken feierte den Primeur 2016.

Obwohl das Wetter recht ungemütlich war, es immer wieder regnete und es sehr stürmisch war, trafen sich wie jedes Jahr die feier- und genusswütigen Primeurfans, am 3. Donnerstag im November um den neuen Jahrgang des Beaujolais zu kosten und zu genießen. Das Primeurfest 2016 war trotz des ungemütlichen Wetters wieder ein voller Erfolg. Traditionell wird ja der neue Beaujolais am 3. Donnerstag im November zum ersten Mal öffentlich verköstigt. Überall wurde gelacht und zugeprostet – man merkt gleich – die Saarbrücker lieben „ihr“ Primeurfest!! Doch weshalb gibt es dieses Fest überhaupt?

Was ist der Primeur und wie kam es dazu?

Einige Winzer des Beaujolais erstritten im November 1951 vor Gericht eine Ausnahmeregelung vom französischen Weinrecht; von jetzt ab durften sie den neuen Wein im gleichen Jahr seiner Produktion in den Handel bringen. Nur wenige Wochen nach der Abfüllung beginnt am dritten Donnerstag im November die Verköstigung des "Nouveau Beaujolais Primeur". Dieses Ereignis wird nun seit Jahren mit großen und kleinen Partys in vielen Städten gefeiert. Der Primeur kommt aus einem 1750 Quadratkilometer großen Gebiet nördlich der Berge des Lyonnais in Zentralfrankreich. Die Trauben der Rebsorte Gamay gären ab Ende September in großen Tanks, in denen der Sauerstoff durch aufsteigendes Kohlendioxid verdrängt wird. Dadurch entsteht ein fruchtiger, gerbstoffarmer Wein - der Beaujolais schmeckt deshalb auch ohne lange Lagerung. Nach dem Kauf sollte der Tropfen schnell ins Glas: Der Beaujolais ist dafür gemacht, gleich getrunken zu werden. Die Flasche sollte nicht Monate lang aufgegehoben werden. Denn wenn er länger steht, wird er flach, oxidiert und verliert seine Frische. Im Gegensatz zu anderen Rotweinen ist er nicht gereift, allerdings kommt es bei ihm icht auf die Entwicklung an, denn der momentane Geschmack ist das ausschlaggebende. Neben der Frische zeichnet er sich durch sein fruchtiges Aroma und die dezenten Tannine aus. Man kann ihn auch als Spaßwein bezeichnen, der in geselliger Runde getrunken wird. Da er selten mehr als fünf Euro pro Flasche kostet, ist er ein eher günstiges Produkt, das deshalb aber nicht schlecht sein muss. Beaujolais nouveau sollte immer leicht gekühlt getrunken werden. Optimal sind 12 bis 14 Grad. Bei kaltem Wetter ist es auch okay, ihn etwas wärmer zu trinken.

Dieses Jahr war es so um die 10 Grad warm, so dass der Primeur keine Gefahr lief, seine optimale Temperatur zu verlieren. Ob er nun schmeckt oder nicht, das war den Saarbrückern noch nie wichtig, um „ihr“ Primeurfest zu feiern. Vielmehr muss die Tradition erhalten bleiben – und dies gelingt jedes Jahr aufs Neue. Feucht-fröhlich ging es her am Primeurfest auf dem St. Johanner Markt. Rund 2000 Menschen sorgten am 3. Donnerstag im November für eine ausgelassene Stimmung und ließen so manchen Schluck vom neuen Beaujolais Primeur durch die trockenen Kehlen fließen. Der Primeur 2016 hat aus unserer Sicht wieder vortrefflich abgeschnitten - wenn man bedenkt, dass es sich um einen sehr jungen Wein handelt. Aber es ist wie immer: über Geschmack lässt sich trefflich streiten. Warten wir auf den 2017 er  und prüfen im Selbstversuch, ob er den 2016er  übertrifft. Eins ist klar: Wir freuen uns auf das Primeurfest 2017 – Prost!!!